Hirse

Sorghum

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Hir|se ['hɪrzə], die; -:
1. Getreideart mit ährenähnlichen Rispen und kleinen runden Körnern:
Hirse anpflanzen.
2. Körner der Hirse (1): ein Brei aus Hirse.

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Hịr|se 〈f. 19; unz.〉 zur Familie der Gräser gehörige, kleine, runde Körner bildende, einjährige Getreideart, ausgezeichnet durch hohe Dürrefestigkeit ● Echte \Hirse, Gemeine \Hirse: Panicum miliaceum [<ahd. hirsi, hirso <germ. *hersio(n) „Brotkorn“; zu idg. *ker- „wachen, nähren“]

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Hịr|se, die; -, (Arten:) -n [mhd. hirs(e), ahd. hirsi, viell. eigtl. = Nährendes, Nahrung]:
a) Getreideart mit ährenähnlicher Rispe u. kleinen, runden Körnern:
H. anpflanzen;
b) Früchte der Hirse (a):
H. kochen.

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Hirse,
 
1) Sammelbezeichnung für zahlreiche Getreidearten der Tropen und Subtropen mit kleinen, rundlichen Körnern ohne Längsfurche. Sie sind wärmebedürftig, gedeihen jedoch noch auf relativ trockenen, oft armen Böden und haben meist eine kurze Vegetationszeit. Die weltwirtschaftlich wichtigste Art stellt die Mohrenhirse (Besenkorn, Kaffernkorn, Durra, Durrha, Sorghum bicolor) dar, eine bis 5 m hohe, dem Mais stark ähnelnde Pflanze mit bandförmigen Blättern, endständiger, 10-60 cm langer Blütenrispe und zweiblütigen (ein steriles und ein zwittriges) Ährchen. Sie stammt ursprünglich aus Äquatorialafrika und wird heute v. a. in den Trockengebieten Afrikas und Asiens sowie in den USA angebaut. Neben der Echten Hirse (Hirse 2) ist eine weitere wirtschaftlich bedeutende Pflanze die v. a. in Indien und Ostasien angebaute Kolbenhirse (Vogelhirse, Italienische Hirse, Setaria italica); sie wird bis 2 m hoch und besitzt 5-30 cm lange Ährenrispen. Die übrigen Hirsen sind nur von lokaler, dort aber meist großer Bedeutung. - Die Körner sind im Allg. biologisch wertvoll (Getreide, Übersicht), besitzen jedoch keinen oder nur geringen Anteil an Kleber und sind daher als Brotgetreide ungeeignet. Sie werden zur Bereitung von Brei und brotartigen Fladen, ferner u. a. zur Herstellung von Bier und Branntwein verwendet. Daneben dienen sie als Körnerfutter (besonders in den USA). Neben den Körnern werden zum Teil auch andere Pflanzenteile genutzt, z. B. besitzen einige Arten zuckerhaltige Stängel, aus denen Sirup und Melasse hergestellt werden, oder Rispen, die zu Bürsten und Besen verarbeitet werden.
 
 
Weltweit wurden 1999 26,4 Mio. t Hirse geerntet. Die Entwicklungsländer sind Haupterzeuger von Hirse (etwa 95 % der Welternte), da diese für die Ernährung dort eine wichtige Rolle spielt. Indien mit 8,1 Mio. t und China mit 2,8 Mio. t sind die bedeutendsten Produzenten. Daneben werden größere Mengen in Nigeria, Sudan, der Ukraine, Niger und Burkina Faso geerntet.
 
 
Rispen- und Kolbenhirse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen. Bereits in der Jungsteinzeit in Zentralasien heimisch, breitete sich die Hirse von hier über die Gebiete nördlich des Schwarzen Meers bis in den Raum der heutigen Schweiz aus. Vermutlich von Indien aus gelangte sie schon früh nach China. In der Ägäis wurde die Hirse seit der minoisch-mykenischen Zeit als Breigetreide und für Fladen angebaut. In Mitteleuropa gab es im Mittelalter ausgedehnte Hirsefelder, mit dem Verschwinden der Breinahrung ging der Hirseanbau jedoch stark zurück.
 
 2) Panicum, Gattung der Süßgräser mit rd. 400 Arten, v. a. in den wärmeren Gebieten der Erde; einjährige oder ausdauernde Gräser mit unbegrannten Ährchen in reichblütigen Rispen. Die Früchte (Körner) sind fast kreisrund und fest von Deck- und Vorspelze umhüllt, ohne jedoch mit diesen verwachsen zu sein. Die wichtigste Art ist die wahrscheinlich aus Ostasien stammende, als Getreide verwendete Echte Hirse (Rispenhirse, Panicum miliaceum), eine bis 1 m hohe, einjährige Pflanze mit behaarten, lanzettförmigen Blättern und zweiblütigen Ährchen. Man unterscheidet v. a. folgende drei Unterarten: die Flatterhirse (ssp. effusum) mit lockerer, allseitswendiger Rispe, die Klumphirse (ssp. contractum) mit unten dichter, oben einseitig überhängender Rispe und die Dickhirse (ssp. compactum) mit aufrechter, kompakter Rispe. Die Pflanzen sind wärmebedürftig und relativ frostempfindlich, vertragen jedoch Trockenheit und haben eine kurze Vegetationszeit (drei Monate). Die Hauptanbaugebiete liegen in Japan, China, Indien und der Ukraine. In Europa ist der Hirseanbau weitgehend verdrängt. - Eine wichtige Grünfutterpflanze ist das Guineagras.

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Hịr|se, die; -, (Arten:) -n [mhd. hirs(e), ahd. hirsi, viell. eigtl. = Nährendes, Nahrung]: a) Getreideart mit ährenähnlicher Rispe u. kleinen, runden Körnern: H. anpflanzen; b) Früchte der ↑Hirse (a): H. kochen.

Universal-Lexikon. 2012.

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